AMBIENTE 2017

Ein Bericht über einen Tag Messe, Erfolgserlebnissen und Enttäuschungen sowie Schmerzen und Blasen

Die Ambiente in Frankfurt am Main findet jährlich im Februar statt und ist die größte Konsumgütermesse außerhalb Asiens. Zu finden sind hier weit mehr als 4.000 Aussteller aus über 90 Ländern der Welt.

 

Aufgeteilt ist die Messe in die Bereiche Dining, Giving und Living. Für mich als Foodblogger ist der Bereich Dining am interessantesten, wobei ich auch gerne durch die beiden anderen Bereiche stöbere, sofern es die Zeit zulässt.

 

Zeit, da sind wir auch direkt beim Thema. In diesem Beitrag möchte ich euch von meinem Tag auf der Ambiente erzählen. Zuerst einmal ist ein Tag viel zu wenig Zeit, um solch eine Messe zu besuchen. Grundsätzlich ging die Messe über das gesamte Wochenende und auch davor und danach noch. Ich hatte mich für den Samstag entschieden, auch mit der Gefahr, dass an dem Tag der größte Ansturm sein wird.

Samstagmorgen habe ich mich dann mit dem Auto auf den Weg nach Frankfurt gemacht. Von mir aus sind es gut 1 Stunde und 15 Minuten bis zum Messegelände. Auf halber Strecke dann ein Unfall, um den mich die Siri im Handy locker herum lotste. Mit ca. 15 Minuten später als gedacht bin ich angekommen. Als Blogger zählt man auf Messen zu der Kategorie der Presse. Demnach durfte ich sogar auf dem Messegelände parken. Da ich zum ersten Mal bei dieser Messe als „Presse“ geführt war, war auch dieser Vorgang neu für mich. Als ich dann mein Auto abgestellt hatte, begann auch schon der Marathon.

Der Presseparkplatz befindet sich an Halle 8. Hier bin ich rein und stand mitten zwischen den Ständen der Kategorie Living. Messestände, die mit Lampen aller Formen und Farben strahlten, Couchgarnituren, Tischen oder Dekorationsartikel. Ich kam mir vor, als ob ich in einem XXL Depot wäre. Da ich wusste, dass genau in dieser Halle Bloggerfreunde von mir an einem Stand waren, stellte ich mich an Seite, nahm den zuvor eingesammelten Messeplan zur Hand und machte mir einen Eindruck dieser Halle. An den Seiten stehen riesige Buchstaben und die Stände sind durchnummeriert. Es ist somit quasi, als ob man als Schachfigur über ein Brett läuft. Mein erstes Ziel war damit der Stand von BlogUps H39 von der liebenswerten Michaela vom Blog herzelieb. Hier können sich Firmen über die Zusammenarbeit mit Bloggern informieren bzw. was Blogger alles so bewirken können. Ein kurzes Hallo am Stand und einem Überblick über die dort stehenden Blogger zeigte mir, dass die von mir gewünschten Personen gerade gar nicht da waren. Also verabschiedete ich mich wieder mit dem Hinweis, dass ich nachher nochmal vorbeischaue und ging Richtung Dining.

Einfach so Richtung Dining ist auf so einer Messe aber nicht einfach so. Ich musste einen (von der Länge her) gefühlten Halbmarathon zurücklegen. Auf meinem Weg musste ich an Halle 6 vorbei, was ich auch direkt zum Anlass nahm, beim Kuchenbäcker, also dem Tobi vorbei zu schauen. Dieser hat leckere süße Sachen bei Dr. Oetker zubereitet. Die Verbindung von beiden Hallen ist das sogenannte Portalhaus. Von hier gelang ich direkt in Halle 6. Da ich davon ausging, dass man Dr. Oetker schon von weitem sieht, habe ich mir diesmal keinen Überblick verschafft und habe den Hallenplan in der Tasche gelassen. Halle 6, Stockwerk 1. Ihr müsst wissen, dass diese Halle aus 4 Etagen besteht. Da ich durch das Portalhaus in Etage 1 landete, guckte ich mich hier um. Als ich am mittlerweile fünften Stand mit fahrbaren Einkaufstaschen zum hinterher ziehen vorbeikam, dachte ich schon, dass hier keine Küchenhelfer zu finden sind. Also eine Etage höher. Hier ging das gleiche Prozedere los, mit dem Unterschied, dass ich hier feststellte, wie viele hunderte italienisch sprechende Besucher um mich herum waren. Ich habe kein Wort verstanden. Nach der zweiten Etage habe ich dann doch meinen Plan herausgenommen, um dann feststellen zu müssen, dass ich auf Etage 0 hätte anfangen müssen. Also einmal quer durch die Halle zum Treppenhaus. Glücklicherweise gibt es hier überall Rolltreppen, auf denen man dann einen kurzen Moment zur Ruhe kommt. Auf Etage 0 angekommen habe ich auch sofort den Stand gesehen. Hier habe ich dann ein paar Minuten beim Tobi alias Kuchenbäcker gestanden. Glücklicherweise gibt es auf solchen Messen an jeder Ecke Essen. So habe ich hier leckere gebrannte Mandeln bekommen.

Nach einem kurzen Gespräch habe ich mich dann weiter auf den Weg Richtung Halle 3 gemacht. Diese ist unterteilt in zwei Ebenen. Auf der unteren befanden sich viele ausländische, mir leider unbekannte Firmen. Die zweite Ebene war die Interessanteste für mich. Hier habe ich auch die meiste Zeit verbracht. Zu finden waren hier die namhaftesten Firmen wie Zwilling, WMF, Rösle, Berndes und Co. Zunächst bin ich einmal langsam durch die gesamte Halle. Ich hätte vermutlich an fast jedem Stand eine halbe Stunde stehen bleiben können, was mein Zeitplan jedoch leider nicht zu lies. Als Blogger hat man entweder eine Kamera in der Hand oder sein Handy. So hatte ich genau zu dem Zeitpunkt mein Handy in der Hand, als die Nachricht auf dem Bildschirm erschien, dass Gernekochen bei Instagram ein Live-Video gestartet hat. Mit einem kurzen Wisch nach rechts startete auch direkt das Video und lustiger Weise standen meine Bloggerkollegen zusammen mit Malte von irre kochen und Sascha und Torsten von die Jungs kochen und backen lediglich einen Gang parallel zu dem aktuellen Standort von mir entfernt. Ich packte das Handy wieder ein und ging in den Gang zum Stand von Berndes. Angekommen wurde ich freundlich begrüßt mit folgenden Worten: „Ah, der Andi, du bist jetzt unser Versuchskaninchen!“. Die Blogger haben gemeinsam mit Olaf Baumeister gekocht. Es gab super leckeres Fleisch, welches roh auf einen heißen Stein gelegt wurde. Darüber etwas Kürbis-Chutney und ein in Knoblauchbutter geröstetem Stück Brot. Durch den heißen Stein wurde das Fleisch langsam von unten gegart. Mit einer Pinzette konnte man dann das Fleisch zusammenklappen und genüsslich in den Mund stecken. Somit durfte ich mich als einer der ersten nennen, die das Essen probiert haben. Hier bei Berndes am Stand habe ich eine ganze Weile verbracht. Ich muss sagen, dass hier äußerst freundlich mit Bloggern umgegangen wird. Das gemeinsame Kochen mit Olaf Baumeister war grandios. Er hat viel erzählt und es wurde nie langweilig.

Mittlerweile hatten wir ca. 15:30 Uhr. Ich bekam einige Tage vor der Messe Post von der Firma ELO, die ebenso auf der Messe vertreten waren. Es ging hierbei um ein Produkttest für Pfannen sowie einer Anfrage, ob ich Interesse hätte, auf der Messe an deren Stand mit zu kochen. Da ich so etwas noch nie gemacht habe, habe ich auch direkt zugesagt. Für 16:00 Uhr war dann mein gemeinsames Kochen angesagt. Bis dahin wusste ich weder, was wir zu essen machen, noch mit wem ich koche. Am Stand angekommen, dieser lag nur wenige Meter neben Berndes, habe ich mich bei einer freundlichen Dame angemeldet, die die Marketingleitung holte. Erst dachte ich, dass diese etwas überrascht tat, dass ich gekommen bin, weil bei einem kurzen Blick auf ihre Liste, fehlte mein Name. Anscheinend hatten sie mich doch nicht mit eingeplant. Naja, mir wurde dann mitgeteilt, dass es doch erst so 16:30 Uhr los geht und ich mich noch etwas umschauen kann oder einfach an ihrem Stand zuschaue. Die Marketingleitung lies mich stehen, weil ein Kunde oder Interessent, auf jeden Fall eine andere Person wichtiger erschien. Okay, ich blieb noch knapp 10 Minuten dort stehen, kam mir dann irgendwie fehl am Platze vor und habe nochmal eine Runde gedreht vorbei an Zwilling und deren tollen Messer, Fissler mit super Töpfen sowie WMF und KitchenAid. Nach einer Weile bin ich dann zurück zu ELO an den Stand. Mittlereile waren es 16:30 Uhr und der Koch schaute mich an, fragte, ob ich gleich mitkochen würde und stellte sich mir vor. Nach weiteren 5 Minuten habe ich ein Getränk angeboten bekommen. Die meiste Zeit stand ich wie Falschgeld am Stand, wollte wegen meiner Unwissenheit aber auch nicht motzen. Gegen 17:00 Uhr hat mich der Koch dann in die Küche gebeten. Wir sind kurz das Gericht durchgegangen und die Dinge, die ich sagen möchte/wollte. Es gab Panzanella – italienischen Brotsalat. Durch die Lautsprecher oberhalb der Küche ertönte ein Jingle, damit die Messebesucher darauf aufmerksam gemacht wurden, dass es mit dem Kochen weitergeht. Zwischen den beiden Boxen hing ein großer Bildschirm. Wir wurden live gefilmt und das Bild konnte bereits aus großer Entfernung gesehen werden. Ich bekam ein Handmikrofon und habe mich und meinen Blog kurz vorgestellt. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Koch wurde dann losgelegt. Ich habe ein paar Schnibbel-Arbeiten gemacht, die der Koch dann zu dem Gericht zusammenbrachte. Während dem Kochen merkte ich, dass die anfängliche Nervosität so langsam von mir ging. Es machte mir nichts aus, so quasi auf dem Tablett serviert zu werden. Nachdem ein paar hungrige Gäste am Stand mit unserem Brotsalat begnügt wurden, war dann auch alles vorbei. Die Uhr zeigte 17:35 Uhr an und die Show war um. Der Koch bedankte sich bei mir, wir machten noch ein Foto zusammen und ich wurde mit den Worten: „Tschüss, komm gut Heim.“ verabschiedet. Verglichen mit dem Kochen bei Berndes war dies hier irgendwie schlecht. Ich weiß nicht, ob es an der mangelnden Organisation oder dem Desinteresse an Bloggern lag, aber ich fühlte mich sehr unwohl. Ich nahm meine Tasche, ging durch die immer leerer werdende Halle, das Treppenhaus herunter und dann wieder Richtung Halle 8. Ich hatte doch anfangs versprochen, bei BlogUps erneut vorbei zu schauen.

Auf meinem Rückweg nahm ich oft diese langen Bänder, die wie plattgedrückte Rolltreppen aussehen. Man stellt sich einfach drauf und lässt sich entlang der Messehalle transportieren. So verging Halle um Halle und meine Füße verspürten den Drang, aus meinen Schuhen zu springen. Als ich an Halle 8 ankam, ging ich schnellen Schrittes auf den Stand H39 zu. Natürlich zuerst in die vollkommen verkehrte Richtung, womit ich nochmals die Halle durchqueren musste. Am Stand angekommen habe ich dann die liebe Julia von Zartbitter und Zuckersüß getroffen. Wir hatten uns bereits vergangenes Jahr auf dem Food.Blog.Meet in Köln kennen gelernt. Nach einem kurzen Gespräch holte sie die Michaela dazu, von herzelieb. Sie kannte ich bislang nur durchs Internet. Es ist echt spannend und cool, die Menschen hinter dem Blog so real mal kennen zu lernen. Wir haben uns dann zusammen einige Minuten nett unterhalten. Um 18.00 Uhr war dann auch die Messe um und ich machte mich auf den Heimweg.

Zu Hause angekommen setzte ich mich auf die Couch und war irgendwie fertig. Mein Handy zeichnet automatisch Schritte, Höhenunterschiede und zurückgelegte Kilometer auf. Wenn ich dem trauen kann, dann habe ich an dem Messetag fast 15 km hinter mich gebracht. Meinen Füßen nach zu urteilen, die jeweils eine Blase als Andenken an den Tag trugen, stimmte diese Angabe. Trotz der Anstrengung und den teilweise negativen Erfahrungen bin ich Zuversichtlich und freue mich bereits jetzt schon wieder auf die kommende Messe.

Erwähnte Blogger im Text

Zartbitter und Zuckersüß (Link zum Blog)

herzelieb (Link zum Blog)

Kuchenbäcker (Link zum Blog)

Gernekochen (Link zum Blog)

Die Jungs kochen und backen (Link zum Blog)

Irre kochen (Link zum Blog)

Kochen bei ELO

Elo - mit Freude kochen  (Link zur Webseite)

3 Bilder beim Kochen bei Elo von David Haase (Link zur Webseite)

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